Picknick im Trockenen

Das mit der Sommernacht war schwierig. Hätten sich Oberon und Titania in bayerischen Wäldern dieser Tage umturteln müssen, wären sie wohl im Regen gestanden. Shakespeare aber hatte die beiden Elfen und das übrige Figureninventar seines „Sommernachtstraums“ in einem Zauberwald bei Athen angesiedelt. Und so konnte Udo Wachtveitl seine gelesenen Charaktere imaginär durch laue Gefilde schweifen … Weiterlesen Picknick im Trockenen

Richard und Ludwig

So kennt man Richard Wagner gar nicht: Zurückhaltend dem eigenen Genie gegenüber, eher ein Adlatus, als ein Souverän. Aber es gehörte auch zu den Facetten seines Selbstverständnisses, sich nicht nur musikalisch im Gefüge seiner Zeitgenossen zu verorten, sondern literarisch einen Beitrag zu leisten. Als der junge Wagner 1840 seine „Pilgerfahrt zu Beethoven“ verfasste, hatte er … Weiterlesen Richard und Ludwig

Großes Kino, kleiner Saal

Von allen Konzerten des diesjährigen Stars And Rising Stars Festivals war das wohl das intimste. Denn die neue, hochmoderne Aula des Wilhelms-Gymnasiums, das auf eine lange Tradition musikalischer Alumni zurückblicken kann, ist deutlich kleiner als andere Räume wie etwa die Freiheizhalle. Und sie hat eine für klassische Musik durchaus fordernde Akustik, trocken, linear, unnachgiebig präzise. … Weiterlesen Großes Kino, kleiner Saal

Das ewig Männliche

Auch eine Lesung ist Theater. Nur findet das Spielen mit Worten statt und so ist es durchaus von Bedeutung, ob sich der Vortragende mit dem Gegenstand seiner Betrachtungen wohl fühlt. Klaus Maria Brandauer liebt den Don Juan, seine verschwenderischen Seiten, das mythisch Mannhafte, aber auch die zurückhaltenden Momente, das Dunkle und Morbide. Mozart und Da … Weiterlesen Das ewig Männliche

Grandesse, Jeunesse

Er ist der, der Schubert tiefe Verletzlichkeit entlockte. Der Mozarts Ernst mit schelmenhaftem Intellekt herausarbeitete und Beethovens Humor neben dessen Hang zum Gravitätischen stellte. Alfred Brendel ist einer der großen Visionäre eines modernen Klavierverständnisses auf reflektierter Traditionsbasis, ein Souverän der Klangkunst, der auch weiß, wann es sinnvoll ist, das Zepter an die nächsten Generationen weiterzugeben. … Weiterlesen Grandesse, Jeunesse

Tag 11: Finale, furios

Zum Ende des Festivals noch eine fulminante Mischung: Wort und Musik, Lyrisches und Vehementes, Feingliedriges und wild Expressives. Denn auf der einen Seite hatte Udo Wachtveitl, bei anderer Gelegenheit Schauspieler und Tatort-Kommissar, sein Lesepult auf der Bühne der Freiheizhalle und präsentierte unter anderem Briefe von Wolfgang Amadeus Mozart oder auch eine Erzählung von E.T.A Hoffmann, … Weiterlesen Tag 11: Finale, furios

Tag 10: Wagners Beethoven

Für die Romantik war klar: Der Held heißt Beethoven. Denn in ihm vereint sich die Idee des genialisch aus sich selbst herausschaffenden Originalgenies, das das Kunstwerk bereits in seinem Kopf – im Fall des alten Komponisten, ohne es überhaupt noch hören zu können –  wachsen lassen kann, mit ein wenig Tragik, schrulliger Originalität und rätselhaftem … Weiterlesen Tag 10: Wagners Beethoven