Fest der Feinheit

Das Kleine kann auch das Große sein. Sicher, Schubert wallt leidenschaftlich. Spielt man ihn vierhändig, dann weht der Hauch der romantischen Salons durch den Raum, samt seiner Anforderungen an den schillernden Virtuosen, der in Anbetracht bildungsbürgerlichen Leistungsbewusstseins in möglichst jeder Hinsicht Höchstleistungen zu vollbringen hat, als Hüter geschmeidiger Geläufigkeit, als Künder des kunstevozierten Pathos’, als … Weiterlesen Fest der Feinheit

Picknick im Trockenen

Das mit der Sommernacht war schwierig. Hätten sich Oberon und Titania in bayerischen Wäldern dieser Tage umturteln müssen, wären sie wohl im Regen gestanden. Shakespeare aber hatte die beiden Elfen und das übrige Figureninventar seines „Sommernachtstraums“ in einem Zauberwald bei Athen angesiedelt. Und so konnte Udo Wachtveitl seine gelesenen Charaktere imaginär durch laue Gefilde schweifen … Weiterlesen Picknick im Trockenen

Held:innen der Dachkammer

So klein ist der Saal unter dem Dach von Schloss Blutenburg eigentlich nicht. Ohne die Seuche dürfen sich dort schon mal rund 200 Leute versammeln, um Theater zu genießen. Mit Pandemie hingegen bleibt ein Viertel der Plätze übrig und deshalb erklärten sich die Künstler:innen bereit, ihr Konzert zweimal an einem Abend zu spielen. Es war … Weiterlesen Held:innen der Dachkammer

Aus der Mitte Münchens

Der Raum ist groß, schließlich hat der Innenhof des Innenministeriums die Ausmaße des einstigen Odeon übernommen, auch wenn es inzwischen nur noch in Ausnahmefällen wie dem Stars and Rising Stars Festival als Konzertbühne verwendet wird. Mit den pandemischen Auflagen allerdings wird aus der Halbrotunde ein fast schon surreal karg bestuhlter Ort, wo sich die Freunde … Weiterlesen Aus der Mitte Münchens

Größe im Kleinen

Aus einem Konzert mach drei. Die verschärften Regelungen zur pandemisches Gesundheitsvorsorge machen es Veranstalter*nnen zunehmend schwer, Kunst auf die Bühne zu bringen. „Wir freuen uns ganz besonders, heute hier stehen zu können“, meint daher der Geiger Daniel Hope, „und wir freuen uns außerdem, dass sie den Weg zu uns gefunden haben“. Immerhin sind aus einem … Weiterlesen Größe im Kleinen

Drama mit Esprit

Lachenmann als Einstieg ist gewagt. Aber Elias Keller ist erst 13 Jahre alt und schaffte es bereits als Neunjähriger, an das Mozarteum in Salzburg angenommen zu werden. Für den jungen Pianisten aus Villach läuft einiges anders und da passen Lachenmanns „Schubert-Variationen“ ausgezeichnet, um den Abend im Künstlerhaus zu eröffnen. Ein wenig später im Programm lässt … Weiterlesen Drama mit Esprit

Ein Feuerwerk der Perspektiven

Ein Marathon als Finale. Und was für einer, denn beim Abschlusskonzert des diesjährigen Stars And Rising Stars Festivals gaben sich in der whiteBOX im Werksviertel Meisterstudent*nnen rund um die große Pädagogin Ana Chumachenco die Ehre. Tatsächlich bekommt man so ein vielschichtiges Spektrum der Individualstile selten sonst geboten. Egal ob wilde Virtuosität oder tiefe Introspektion, volksmusikalische … Weiterlesen Ein Feuerwerk der Perspektiven

Forderungen und Gefühle

Kein leichtes Stück, die »Sonate für Violine und Violoncello a-moll«, die Maurice Ravel 1922 komponiert hat. Sie biedert sich nicht an, sondern arbeitet sich mit Tendenz zur Abstraktion an volksmusikalischen Motiven entlang. Für die Interpreten heißt das, die Balance zwischen dem tändelnden Spiel an der Oberfläche und dem sich an vielen Stellen manifestierenden Intellekt des … Weiterlesen Forderungen und Gefühle

Charme der Rauheit

Auch in diesem Jahr ist die Freiheizhalle wieder im Programm. Sie ist einer der unüblichen Spielorte für klassische Musik, aber kein ungeeigneter. Denn zum einen hat die Backsteinoptik des Raumes, ähnlich wie bei der Allerheiligenhofkirche, das Flair des Handgemachten, Bodenständigen. Darüber hinaus lassen sich mit dem vorhandenen Licht markante Stimmungen setzen und einzelne Bereiche im … Weiterlesen Charme der Rauheit