Tag 2: Hornung, Lakatos, Stephenson

Man solle nicht denken, er sei der Star, meint Maximilian Hornung in einer kurzen Ansage zur Einleitung des Abends. Ganz im Gegenteil, er fühle sich geehrt, mit derart herausragenden Musikern konzertierten zu dürfen. Damit meint der Cellist, der in München immerhin die entsprechende Professur an der Hochschule für Musik und Theater innehat, den Geiger Robert Lakatos und den Pianisten Clayton Stephenson. Das hätte eine Floskel der Höflichkeit sein können, aber während des Konzerts in der Reithalle bekommt man schnell einen Eindruck davon, dass Hornung dieses Statement nicht nur ernst gemeint, sondern darüber hinaus eine Menge Spaß daran hat, mit den Rising Stars ein bunt gemischtes Programm kammermusikalischer Pretiosen zu durchlaufen.

So trifft Schostakowitsch auf Debussy, Liszt auf Gliere und Beethoven. Modernes ist mit „Words In A Silent Place“ von Antoni Parera Fons und „Give Me Phoenix Wings To Fly“ von Kelly-Marie Murphy dabei, das bei dieser Gelegenheit seine Erstaufführung vor Münchner Publikum erfährt. Die beiden Pfeiler des Programms sind jedoch das erste Klaviertrio von Dmiti Schostakowitsch, das mit juveniler Chuzpe das Pathos des jungen Komponisten inszeniert, und das Geistertrio von Ludwig van Beethoven, dessen Gegensatz von sinistrer Seelenlage und kathartischem Überschwang von den Künstlern mit behutsamem Nachdruck herausgearbeitet wird. Das war großes Kammermusikkino im loftartig wirkenden Ambiente der ansonsten freigeräumten Reithalle, auch das ein Kontrast, der der Konzentration auf das Wesentliche durch die Rücknahme des formalen Drumherums entgegenkam.

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