Vorspiel 2: Mendelssohn am Nachmittag

Leere Hallen haben etwas Unwirkliches. Sie sind eine Option, manchmal auch Stressfaktor, wenn man sich vorstellt, dass all die leeren Sitze nur wenige Stunden später von Menschen besetzt sein werden, die die eigene Kunst goutieren wollen. Sie können aber in ihrer Rohheit auch erfreulich gut klingen, wie beispielsweise die Münchner Freiheizhalle in der Nähe der Donnersbergerbrücke. Denn im Unterschied zu mancher akustischer Krücke in der Stadt, erscheint dieser überwiegend in unverputzem Backstein gehaltene Saal zwar trocken, aber nicht leblos. Eigentlich ist er sogar ideal für das, was heute Abend kommen wird.

Denn bereits bei der Probe klingt die Musik bezaubernd, die der Weltklassegeiger Daniel Hope mit seinen beiden Schützlingen, dem Cellisten Andrej Ionita und dem Pianisten Maxim Lando, für diesen Abend erarbeitet. „Wonderful“, meint er selbst und fügt nur noch ein paar Anmerkungen zum Ausklingen des schnellen Satzes des Mendelssohn’schen Klaviertrios No.1 an, damit der Ton etwas markanter stehen bleiben kann. Überhaupt sieht man zufriedene Gesichter, bei Hope angesichts der Leichtigkeit, mit der Ionita und Lando sich dem Repertoire widmen, und bei den beiden Rising Stars schon aufgrund des Genusses, derart profund angeleitet und geführt zu werden. Was für ein Luxus, auch der, solche Proben belauschen zu können.

Oder das Konzert erleben zu dürfen, heute ab 19 Uhr in der Freiheizhalle (Rainer-Werner-Fassbinder-Platz 1). Mit Mendessohn, Beethoven, Franck und Mozart auf dem Programm.

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